Frauen in Beziehung

Warum wir uns so schnell verlieren

Ich glaube tief in mir daran, dass wir Frauen von Natur aus wissen, wie Beziehung „funktioniert“. Dabei fühlt es sich schon fast falsch an, das Wort „funktionieren“ zu verwenden, weil es etwas Aktives in sich trägt.

Wenn ich das Bild sehe, wie wir Frauen in Beziehungen agieren ist es eher durch ein passives Prinzip geprägt. Durch ein fließen lassen. Daher wäre vermutlich das Wort, wie Beziehung „fließt“, zutreffender.

Doch warum haben wir oft in unserem Leben das Gefühl, das Beziehung für uns nicht funktioniert – vor allem zwischen Mann und Frau, in Partnerschaften?
Woher kommt das „sich verlieren“ in Beziehungen, sodass wir am Ende das Gefühl haben in einer Sackgasse zu stehen und gar nicht mehr zu wissen, wie wir uns nur an diesen Punkt haben manövrieren können?

Ich möchte dich auf eine Reise mitnehmen.
Eine Reise in alte Zeiten, um ein Verständnis für unsere heutige Situation sichtbar zu machen.

Wir Frauen haben jahrelang, oft Leben-lang, meist im Hintergrund, meist nebenbei, vieles zusammengehalten.
Es waren und sind die weiblichen Qualitäten: das Verbindende, das Versammelnde, was Gemeinschaft prägt.
Wir waren in vielen Zeiten dafür zuständig, das Familien- und Privatleben zu führen.
Wir haben Freundschaften gepflegt, wir haben Kinder großgezogen, wir haben für Großmütter und -väter gesorgt, wir haben unserem Mann den Rücken freigehalten.

Doch plötzlich wandelte sich die Bühne für uns Frauen. Wir waren nicht mehr nur „zu Hause“ zuständig. Wir durften auch arbeiten. Wir bekamen mehr Rechte.

Mit der beruflichen Öffnung, waren wir plötzlich Teil einer Welt, die vorher vollständig von Männerhand geführt und geprägt war. Wir fingen an mitzuspielen, oftmals unter den gegebenen Regeln des Marktes. Wir passten uns an, um mithalten zu können. Schließlich waren uns die Männer um einiges voraus. Wir erlernten, was es an Fähigkeiten von uns brauchen würde, um in dieser Welt erfolgreich zu sein: Leistung, Fleiß, Zielstrebigkeit, Schnelligkeit, Effizienz und Multitasking, um ein paar Eigenschaften zu nennen. Auch die Gesellschaft zog mit, Intelligenz und die Leistung unseres Geistes sollten bereits in frühen Jahren geschult werden. Schulen folgten daher den gleichen Prinzipien, sodass unsere Mädchen bereits durch diese Prägung gehen.

Wertschätzung finden vor allem die männlichen Qualitäten, die wir Frauen zwar auch in uns tragen, die uns aber erschöpfen, wenn sie nicht im Einklang mit den weiblichen Qualitäten gelebt werden.

Erst allmählich können wir auch die Schattenseiten der Leistungsgesellschaft, vor allem auch für uns Frauen erkennen.
Burnout, Erschöpfung, Müdigkeit, Krankheiten und eine großen Leere in uns. Wofür funktionieren wir eigentlich jeden Tag, wenn wir am Ende des Tages erschöpft und gar nicht glücklich sind. Der Preis ist hoch. Der Spagat jeden Tag kostet seine Kraft. Unseren Besitz können wir gar nicht mehr genießen, denn das Lebenstempo verschlingt jede Zeit, bzw. haben wir verlernt zu genießen. Wir haben uns selbst verloren. Wir folgen dem männlichen Prinzip und haben den Zugang zu unserem ureigenen, weiblichen Rhythmus vergessen.  

Obwohl wir unseren männlichen Anteil in uns Frauen stark ausgeprägt haben, sehnen wir uns gleichzeitig tief in uns nach einem starken Mann zum Anlehnen. Denn der gestiegene Druck in uns und die Entfernung von unserem natürlichen Sein, unserer Weiblichkeit steigern nämlich auch die Sehnsucht nach Erlösung, nach einem vermeintlichen Retter im Außen und gleichzeitig begegnen wir unserem Mann, unserem Partner zu Hause, als Mann, anstatt mit unseren weiblichen Qualitäten. Wir werden zum Rivalen im eigenen „zu Hause“. Auch wenn wir es selbst durch unser Auftreten im Außen verkleiden, sprechen unsere Energien ihre andere, lautere Sprache.

Dies trägt zu einer spannenden Beziehungsdynamik bei.

 

Was bedeutet das also für unsere Beziehungen?

Wie soll Beziehung funktionieren, wenn wir uns selbst verloren haben?
Wenn wir erschöpft sind und gar nichts mehr zu geben haben?
Wenn wir unserem Partner als Mann, anstatt als Frau begegnen?
Wenn wir unseren eigenen Wert nicht sehen?

Der Schlüssel für „funktionierende“ Beziehungen ist unsere eigene, lebendige Weiblichkeit

Wie soll Beziehung funktionieren, wenn wir uns selbst verloren haben?
Wenn wir erschöpft sind und gar nichts mehr zu geben haben?
Wenn wir unserem Partner als Mann, anstatt als Frau begegnen?
Wenn wir unseren eigenen Wert nicht sehen?

So, wie ich zu Beginn dieses Textes schrieb. Wir Frauen wissen tief in uns, wie Beziehung „funktioniert“. Das WIEDER-erlauben des weiblichen Prinzips, im tiefen Wissen, dass Leben immer „funktioniert“. Weil Leben ist. Das somit auch das weibliche Prinzip zu Erfolg und dem Leben führt, nach dem wir uns eigentlich sehnen.

Wir sehnen uns nach uns selbst. Wir sehnen uns nach dem tiefen Kontakt mit unserer eigenen, inneren Wahrheit, unserer Seele, unserer Essenz. Und da wir als Frauen in einem weiblichen Körper wohnen ist dies mit unserer Weiblichkeit verwoben.

Wir verlieren uns nicht mehr, wenn wir uns einmal gefunden haben. Wenn wir die Beziehung zu uns selbst wieder gefunden haben. 

Doch wie können wir wieder den Kontakt zu uns selbst finden?

Unseren Körper als Tempel ehren – unser Körper bringt uns in die Präsenz

Der erste Schritt, um unsere Weiblichkeit wieder zu spüren ist das Ankommen im eigenen Körper. Unseren Körper als heiligen Tempel wertzuschätzen, der Leben für uns gebärt.

Den eigenen Körper zu spüren, indem wir ihn regelmäßig und im Fluss mit unserem eigenen inneren Rhythmus bewegen. Indem wir mit unserem Atem Verbindung aufnehmen, in jedem Moment und so unseren Körper wieder von innen heraus anfangen zu spüren.

Wir werden dann präsent. Wir fangen an uns selbst zu beobachten, von innen heraus. Wir nehmen dann wahr, was in uns los ist. Im nächsten Schritt können wir erlauben, dass alles da sein darf. Dies nimmt den Druck raus, wie wir ihn kennen, dass sofort eine Lösung gefunden werden muss. Es darf erst mal alles da sein. Alleine durch die Hingabe an dich und das was ist, entsteht durch dich hindurch eine Antwort.

Ich lade dich ein: Jetzt dir selbst einmal die Frage zu stellen. Wie geht es deinem Körper gerade? Wie fühlt er sich an? Was kannst du an dir beobachten? Was ist an Gefühlen da?

Wie fließt dein Atem?

 

 

Weibliche Qualitäten entdecken

Auch unser Zyklus bringt uns wieder in Kontakt mit unserem Körper und vor allem auch mit unserer Weiblichkeit. Denn das weibliche Prinzip fließt in Zyklen. Wenn wir als Frau mit den Energiequalitäten unseres Zyklus in Kontakt sind, wissen wir, welche Energien uns gerade zur Verfügung stehen und können aus diesem inneren Wissen heraus in Beziehung gehen. Unserem Gegenüber begegnen.

Wenn wir uns beispielsweise in der Phase von Rückzug, Loslassen und Verabschieden befinden, im Neumond, wenn wir Frauen bluten, dann haben wir vielleicht weniger die Lust auf Austausch. Dann freuen wir uns, wenn wir Ruhe, Raum und Rückzug für uns selbst haben, um diesem inneren Loslassen seinen Fluss gewähren zu lassen. 

Die Schönheit im Alleine Sein finden

Wir erkennen dann auch die Schönheit im Alleine Sein. Im gut für uns sorgen. Wir fangen dann an zu beobachten, was uns gerade in dem Moment eigentlich gut tut und wo wir jemand anderen in unseren Raum mit einladen möchten, oder gerade auch nicht.

Was uns in Beziehungen oft verbiegen lässt ist, dass wir lieber etwas gemeinsam tun, als mit uns alleine zu sein. Das wir die Schönheit im Alleine Sein, verlernt haben. Vielleicht, weil wir es gar nicht mehr gewohnt sind, dem Nichts-tun Raum zu geben. Weil wir es gar nicht mehr gewohnt sind uns selbst so viel Aufmerksamkeit zu schenken. Doch genau, wenn wir mit uns allein sein können, entstehen Räume in Beziehungen, die nichts wollen. Denn wir waren vorher in Kontakt mit uns selbst. Wir sind sortiert, geklärt, aufgetankt – GEFÜLLT.

 

Uns selbst an die 1. Stelle setzen und auftanken

Deshalb ist es so unglaublich wichtig für uns Frauen, dass wir uns selbst an die 1. Stelle setzen und uns selbst auftanken, regelmäßig. Dass wir unsere Kraftquellen kennenlernen und sie in unseren Alltag einweben. (Mehr dazu auch in meinem Beitrag „Self Care – The Art of mothering yourself„)

Wenn wir selbst nämlich leer und verhärtet sind, also weder unsere Erfüllung spüren (Leere), noch unsere Liebe (Härte), suchen wir die Lösung automatisch im Außen, bei unserem Partner. Unser Fokus wendet sich dann immer mehr dem Gegenüber zu, sucht dort nach Antworten, was Erwartungshaltungen kreiert. Der Partner kann uns gar nicht mehr genügen, weil wir uns selbst nicht genügen und unzufrieden sind. Wir kommen in eine Abwärtsspirale in Beziehungen, anstatt in eine Spirale von Liebesüberfluss und Fülle.

Wir versprechen uns diese Liebe fühlen zu können, wenn wir durch unseren Partner im Außen geliebt werden, doch liegt der Schlüssel auch hier in unserem eigenen Herzen. Denn diese heimliche Sucht nach Liebe im Außen, fördert ein ständiges sich-verlieren in Beziehungen.

Den Fokus auf das eigene Herz legen, wahrhaftig beginnen zu lieben

Alles, was dein eigenes Herz zum Klingen bringt, lass es erklingen. Alles, was dich selbst die Schönheit des Lebens spüren lässt, darf dein Fokus sein. Spaziergänge in der Natur, schöne Bäder, herzöffnende Musik. Alles , was deine Sinnlichkeit – deine Sinne anregt, führt dich zu dir.
Täglich für dein Herz einfach nur da zu sein, darf dein Fokus sein. Dein eigenes Herz zu halten, die Hände auf deine Brust zu legen, deinem eigenen Herzen einen Liebesbrief zu schreiben, darf dein Fokus sein.

All diese Dinge öffnen dein Herz. All diese Dinge drehen die Abwärtsspirale in deinen Beziehungen um in eine Spirale der Fülle.

Dann begegnen wir uns in Beziehung wieder aus einem Überfluss. Aus einem Schenken heraus, als aus einem Haben-wollen.

 

 

Erlösung

Wir spüren unseren eigenen Wert und wissen um unsere innere Schönheit und Geschenke. Beziehungen fangen dann wieder an Spaß zu machen. Denn wir suchen nicht mehr nach der Erfüllung, nach einem Retter für uns im Außen. Wir selbst sind unsere Retterin. Wir wissen, das wir unser Leben selbst in der Hand haben und bereits vollständig sein, weil alle Antworten in uns zu finden sind.

Wir haben dann einen Weg begonnen, der in unserem ganz eigenen Tempo sich entfalten wird. Der uns mit jedem Tag ein Stück mehr in unserer Erfüllung und auf unserem Seelenweg ankommen lässt.

Wir haben angefangen unsere weibliche Führung als Schlüssel für Beziehungsräume zu entdecken.

Wir sind selbst wieder im Wert unserer Weiblichkeit angekommen.

Wir führen aus einem inneren Punkt von Klarheit, Vollständigkeit, Mitgefühl, Verbundenheit mit uns selbst, heraus.

Begegnungen finden statt mit Seelen, die uns nähren, die uns ebenso respektieren und wertschätzen wie wir uns selbst.

Wir haben uns gefunden und verlieren uns auch in Beziehungen nicht mehr.

Der Schlüssel ist unsere eigene Weiblichkeit.

Kostbar und doch für dich kostenlos

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