Anlässlich des internationalen Weltfrauentags war ich in das königsteiner Mädchengymnasium St.-Angela zu einer Podiumsdiskussion eingeladen worden. Der Vormittag stand unter der Überschrift: Frau sein – alles Sein?! Was bedeutet Frau Sein heute, für dich und deine Zukunft.

Hervorstechend war für mich die Erkenntnis, dass Frau Sein vor allem auch Mensch Sein bedeutet. Dass jede von uns in ihrer Vielfalt, Schönheit und Einzigartigkeit gesehen und geliebt werden möchte. Da wir in unserem Alltag aber oft unglaublich viel Kritik und Erwartungshaltungen vom Außen ausgesetzt sind und diese Wertschätzung und Liebe oft nicht erfahren, hat es mich inspiriert heute den Beitrag zum Thema Selbstvertrauen & Selbstwert zu verfassen.

Was können wir heute für uns tun und erkennen, um uns von innen heraus zu stärken? 

Hierfür habe ich euch 3 Impulse mitgebracht, die euch innerlich stärken dürfen, sodass ihr euch langfristig selbstbewusster fühlt. Was ich für mich erleben durfte, je mehr ich mich mit mir sicher und in Kontakt fühle – weiß, wie ich in herausfordernden Situationen mit mir selbst umgehen kann, desto entspannter gehe ich in unbekannte Situationen in meinem Alltag rein. Dann bin ich innerlich offen, in dem Wissen, dass egal was im Außen kommt, es eine Lösung für mich geben wird.

1. Technik: Die äußere vs. die innere Beobachterin

1. Schritt: Inneren Blick & Äußeren Blick beobachten und unterscheiden lernen

In meinen Gesprächen mit den Mädels hat sich ein Tool von ganz alleine herauskristallisiert. Es gibt eine äußere Beobachterin und eine innere Beobachterin. Oder in anderen Worten, einen Außenblick und einen Blick, den wir nach innen richten können.

 

Unser Außenblick: Dass wir mit unseren Augen und Sinnen den Blick nach außen gerichtet haben, sind wir gewohnt. Wir nehmen Farben, Form, Klang unseres Umfeldes etc. ununterbrochen auf.

Unser Innenblick: In jeder Situation hast du die Möglichkeit, unmittelbar zum Innenblick zu wechseln. Zu überprüfen, wie es dir damit geht. Was du fühlst an Gefühlen und wie es deinem Körper damit geht. Ist er angespannt oder entspannt, hast du Herzklopfen oder atmest du tief und ruhig. Beobachtend.

Zwischen diesen zwei Blicken kannst du innerhalb einer Situation, hin- und herspringen. Wie das geht, erkläre ich dir jetzt anhand eines Beispiels:

Beispiel: Du sitzt in einem Café, die Bedienung kommt und möchte von dir wissen, was du gerne zu trinken hättest. Sie hat viel zu tun und fragt dich genervt und etwas ruppig, ob du dich nicht schon entschieden hast?

Blick nach außen: Du nimmst mit deinen Augen DIE BEDIENUNG wahr, wie sie aussieht, ihre Körpersprache, ihre Worte, etc.

Blick nach innen: Jetzt kannst du nach Innen wechseln. Wie fühlst DU dich, nachdem du die angreifenden Worte der Bedienung gehört hast? Wie geht es deinem Körper damit? Bist du angespannt, klopft dein Herz?

In diesem Schritt geht es nur darum wahrzunehmen. Wie geht es dir damit, was macht es mit dir? Meistens nehmen wir in so einer Situation nur das Außen wahr, die wütende Kellnerin und reagieren auf ihr Verhalten ungefiltert zurück. Du bekommst jetzt ein Tool, wie du mit dem Außenblick und Innenblick sortiert umgehen kannst – das Wie – damit geht’s weiter im nächsten Schritt.

2. Schritt: Wie gehe ich mit diesen Informationen um in mir?

Der Außenblick: Du nimmst die Informationen auf und prüfst, wie du zu handeln hast: Du siehst die Kellnerin ist da, sie will deine Bestellung aufnehmen, du sagst ihr, was du gerne bestellen möchtest.

Der Innenblick: Im Inneren hast du ebenso Informationen aufgenommen durch das Beobachten deiner inneren Welt (Gefühle, Körper), doch diese waren vielleicht nicht angenehm für dich zu fühlen. Du hast beobachtet, dass du wütend bist. Doch was machst du jetzt mit deiner Wut?

Informationen, die sich auf meinen Körper beziehen: Den Fight-or Flight Modus aufdecken

Dein Körper ist vielleicht in Hab-Acht-Haltung, weil die Bedienung dir ein Gefühl von „Achtung-Gefahr“ ausgesendet hat. Du bist angespannt, weil dein Körper in den Fight-or-Flight Modus (Kampf- oder Fluchtmodus) gewechselt hat. Dieser Modus hilft uns in Situationen, in denen wir in Lebensgefahr sind alle Reserven im Körper zu aktivieren. Es ist ein Körpermechanismus, der noch aus der Steinzeit stammt, den es also schon da in unserem Körper gab. Hier war er notwendig, weil jede Gefahr oftmals gleichzeitig Lebensgefahr bedeutete. Heute jedoch wird dieser Mechanismus in unserem Körper aktiviert, setzt uns unter Stress und Druck, jedoch sind wir gar nicht in akuter Lebensgefahr, sondern wir erleben eine Situation, die uns unangenehm ist. Indem wir diesen Mechanismus an unserem Körper erkennen (Herzklopfen, Schweißausbruch, Nervosität, Adrenalin), können wir über den inneren Blick uns dessen bewusst werden und den Mechanismus entspannen – weil wir erkennen, dass wir in erster Linie gerade sicher sind. Natürlich ist die Reaktion der Bedienung nicht wünschenswert, aber wir schweben nicht in Lebensgefahr. Je häufiger wir uns beobachten und diesen Mechanismus früh entdecken, desto schneller erkennen wir, wann der Mechanismus greift und der Körper lernt zu unterscheiden. Wann wirklich Lebensgefahr besteht und wann eine unangenehme Situation vorliegt.

Informationen, die sich auf meinen emotionalen Zustand (Gefühle) beziehen: Gefühle hinterfragen

Während du nach innen geschaut hast, sind dir vielleicht auch Gefühle gekommen. Wut, Zorn, Ärger, etc. Wir glauben oft, dass das Gefühl mit der Person gegenüber zu tun hat. Dabei ist das Gefühl, das WIR fühlen, unser Gefühl. Es hat etwas mit uns selbst zu tun. Mit einer Situation, in der wir es bereits vorher gespürt haben. Was also häufig passiert ist, dass die Bedienung genervt reagiert und wir dann genervt zurück reagieren. Ich lade dich ein hier einen Schritt für dich weiter zu gehen und dein Gefühl im ersten Moment erstmal wahrnehmen und erlauben. Es ist absolut richtig in deiner Wahrnehmung, dass du das Wut spürst. Die Wut ist berechtigt. Sie darf sein. Wir versuchen sie nicht weg zu drücken, sondern ihr einfach nur zu erlauben da zu sein. Sie im Körper zu lokalisieren, wie eine neugierige Forscherin. Das braucht etwas Übung, wie mit allen Dingen, die wir neu lernen, aber wenn du das einmal für dich raus hast, wird es dir in so vielen Situationen Erleichterung verschaffen. Du spürst also die Wut und nimmst sie wahr, erlaubst ihr innerlich, dass sie da sein darf. Dann löst sie sich oft von alleine auf und/oder dir kommt eine Erkenntnis. Sie hinterlässt zusätzlich noch eine Botschaft. Die gibt dir dann Aufschluss über die Situation, warum du Wut empfunden hast.

Das Schöne für dich ist dann, dass du mit Frieden aus der Situation gehen kannst.

Dass du nicht verärgert „auf“ die Bedienung bist, sich so Verärgerung auf Verärgerung in dir abspeicherst, sondern du immer wieder zu Frieden und Liebe zu dir zurückkehrst und dir damit ein Außen erschaffst, das für dich viel entspannter, als auch dir die Personen / Möglichkeiten anzieht, die du dir eigentlich wünschst. Denn vielleicht kennst du das Gesetzt der Anziehung und Resonanz, nach dem wir das anziehen, was wir ausstrahlen.

Wenn das Gefühl sich nicht von alleine löst, einfach nur weil du mit ihm verweilst, kannst du es auch zusätzlich interviewen. Ihm wie, bei einer neugierigen Forscherin, die an den Ursprung kommen will, Fragen stellen: „Hallo Wut, woher kommst du? Was möchtest du mir sagen?“
Wie wenn sie deine Freundin wäre, ist sie im Prinzip ja auch, weil sie eine Schlüsselrolle für dich spielt, dir näher zu kommen. Deinen Weg zu finden. Vielleicht bist du einfach neugierig geworden und hast Lust es mal zu probieren. Verlieren kannst du ja nichts, nur gewinnen. Ich bin gespannt, wie es dir damit geht!

Und wenn du mit einer inneren Situation mal nicht selbst weiterkommst, kannst du dir auch Hilfe holen. Dafür sind wir gegenseitig da. Wenn du z.B. beobachtest, dass du zu einem Muster geführt wirst über deine Gefühle, was immer wieder auftritt. Auch ich nehme mir für meine blinden Flecken dann immer Hilfe.

Wenn du Lust hast, gemeinsam mit mir hinzuschauen, habe ich ein Angebot für Mädchen & eins für Frauen entwickelt:

Für Mädchen (Schülerinnen) ein wunderbares Angebot: Rückenwind für deinen Weg.
In Einzelarbeitet schauen wir, was dein persönlich nächster Schritt ist. Hierfür habe ich effektive, befreiende Techniken zur Hand, die dich unterstützen dürfen. Alle Infos dazu findest du hier. Oder schreibe mir eine Mail an: team@omaraevertz.com.

Für Frauen, die sich nach einem Durchbruch in einem Lebensbereich sehnen, freue ich mich dir in Einzelarbeit online oder offline zu begegnen. Es gibt in diesem Falle die Möglichkeit dich über einen längeren Zeitraum (6 Monate hin) zu begleiten, oder in Bezug auf ein akutes Thema mit einer einmaligen Durchbruchssession. Alle Infos dazu findest du hier. Schreib mir gerne eine Mail bei Fragen oder Terminabsprachen an: team@omaraevertz.com

2. Dein größter innerer Fan werden

Ein großes Geschenk, das du dir selbst in einer Situation geben kannst, in der du innerlich gerade nicht weiter weißt, ist dir trotzalledem gut zuzureden: zu deinem eigenen, größten Fan zu werden!

Wenn du also selbst einmal nicht weiter weißt, dann hilft diese liebevolle Art mit dir selbst, dich sofort wieder für Heilung zu öffnen. Außerdem spürst du, dass du für dich da bist. Es baut eine liebevolle Beziehung zu dir selbst auf.

Du spürst Sicherheit in dir, denn du weißt, du bist für dich da – stehst für dich ein – komme was wolle. Dies setzt unglaublich viel Kraft in dir frei. Denn häufig, wenn wir uns unwohl fühlen in einer Situation drücken wir entweder die Gefühle weg, oder tappen in den inneren Dialog mit uns, dass wir nicht gut so sind wie wir sind. Dass es an uns selbst liegen muss, dass diese Situation so „schlecht“ geendet ist. Dass wir es mal wieder nicht geschafft haben. Jemand im Außen ist wütend auf uns und wir beziehen es sofort auf uns, dass wir etwas „falsch“ gemacht haben, oder mit uns etwas „falsch“ sein muss, weil die Beziehung nicht funktioniert. Kommt dir das bekannt vor?

Ich möchte dir hiermit sagen, dass du ganz wundervoll bist.

Diese Reaktion ist ganz normal, menschlich. Den Fehler bei sich selbst zu suchen. Und gleichzeitig können wir diesen Muskel umtrainieren, denn du BIST wundervoll. Jede von uns ist einzigartig und wundervoll. Jede von uns gibt ihr Bestes, so wie es gerade möglich ist. Auch bei unserem Gegenüber dürfen wir das annehmen. Denn diese innere Haltung öffnet und verbindet.

Hier sind ein paar Sätze, die du dir immer wiederholen kannst innerlich, bis es in dir ruhiger wird:

„Ich schaffe das. Es wird eine Lösung geben. Ich öffne mich für Wunder und Lösungen. Ich bin gut so wie ich bin. Fehler sind erlaubt und menschlich. Alles wird sich für mich zum höchsten Wohle lösen. Ich gebe immer mein bestes und das reicht. Ich bin wundervoll. Ich bin kraftvoll. Meine Lösung ist schon da. Ich bin liebenswert und habe viele Geschenke in mir.“

Es wird über die Zeit einen positiven Boden in dir anlegen. Das Gefühl, dass du dich auf dich verlassen kannst. Selbstbewusstsein und Selbstwert! Denn dein Fokus programmiert sich so langsam um, von „ich bin nicht gut genug“ hin zu „ich bin gut genug, eine Lösung wird sich mir zeigen“.

Wie wir uns noch gegenseitig unterstützen können, um eine Kultur für Selbststärkung auch in unserem Umfeld zu ermöglichen, verrate ich dir nun noch abschließend im letzten Abschnitt:

3. Wie wir uns darüber hinaus gegenseitig unterstützen können

Neben all den Dingen, die wir für uns selbst tun können ist es für uns Frauen & Mädchen auch stärkend und nährend, wenn wir uns in Gruppen aufhalten, die sich gegenseitig unterstützend. Das können die besten Freundinnen sein, das können Gruppen mit einer gemeinsamen Interessensgemeinschaft sein, Frauenkreise (wie ich sie auch selbst anbiete in meinen Women Circles), oder auch Wohngemeinschaften gleichgesinnter. Hier können wir für uns eine Kultur schaffen, einen Raum, indem wir uns gegenseitig loben, aufbauen und gönnen können. Was wäre also, wenn du mit deinen Freundinnen dich verabredest, dass ihr euch regelmäßig Zeit nehmt um einander zu sagen, was ihr am anderen schätzt, wertvoll findet, liebt. Was, wenn ihr regelmäßig euch überrascht mit Komplimenten?

Dies hat unglaublich viele Geschenke: Wir würden uns dann wieder selbst mehr in unseren Stärken erkennen können, weil wir sie öfter reflektiert bekommen. Auch spüren wir einen erhebenden Support unserer Community. Wir haben dann das Gefühl, dass wir getragen, geschützt und gehalten sind und können uns ganz anders entfalten.

Ich bin gespannt, was ihr zu diesen Impulsen sagt und freue mich über eure Erfahrungen, Herausforderungen und Meinungen zum Thema „Selbstvertrauen, Selbstwert“ in den Kommentaren unten zu lesen.

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